Informationen aus und über, aber nicht nur für Wächtersbach-Neudorf ...  

 Informationen aus und über  

  Wächtersbach-Neudorf ...  

22.09.2020


Header Neudorf V2 mit Wappen

Die Randnotiz

Die Diensttreppe

Froh sind die Neudorfer schon, dass nach monatelangen Bauarbeiten die neue Brücke über den Flutgraben am Ortsrand von Aufenau für den Verkehr freigegeben worden ist. Und sie nicht mehr den Umweg über Wächtersbach fahren müssen, wenn sie z.B. im Mittelpunkt Aufenau Brötchen holen wollen. Noch fehlt an der Brücke das Geländer. Was aber gleich auffällt, ist dieses Schild:

Die Diensttreppe
Diensttreppe“? Da wiehert der Amtsschimmel! Wozu baut man eine Treppe, wenn sie nicht betreten werden darf? Oder war eigentlich gemeint: „Betreten der Diensttreppe für Unbefugte verboten“? Daran schlössen sich gleich weitere Fragen an: Wie kommt man aus dem Status eines Unbefugten in den eines Befugten? Durch Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars bei der Stadtverwaltung? Oder bei Hessen Mobil (früher Straßenbauamt)?

Oder wollte Hessen Mobil einfach nur ausschließen, dass es bei einem eventuellen Unfall auf der Treppe haften muss? Dann allerdings hätte man direkt auf das Schild schreiben können: „Betreten der Treppe auf eigene Gefahr“. Ganz ohne Dienst und ganz ohne Verbot. Und ohne Amtsschimmel.

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Trassenvariante IVCorona-bedingt hatte die Deutsche Bahn AG zum Neubauprojekt Gelnhausen - Fulda zu Informationsveranstaltungen der etwas anderen Art eingeladen. Für die Bürger aus dem Raum Wächters­bach und Umgebung gab es am 27.04.2020 ab 17:00 Uhr eine Kombination aus Online-Präsentation und Livestream; die Besucher konn­ten in einem Live-Chat Fragen stellen, die gesammelt und nach Themen­gruppen noch während der Veranstal­tung weitgehend beantwortet wurden. Außerdem wurde ein Film mit einer Simulation der Neubau­strecke zwischen Gelnhausen und Kalbach gezeigt.

Die Präsentation und die Aufzeich­nung der gesamten Veranstaltung finden Sie im Internet, den Film können Sie gleich hier anschauen.

Achtung: Beim Klick auf den Button Video anzeigen wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt. Dadurch werden Daten an Youtube übertragen (s. unsere Datenschutzerklärung). Wenn Sie dies nicht möchten, sollten Sie den Film nicht anzeigen lassen.

Einen größeren Teil der Präsentation nahm die Betrachtung des Zuglärms im Vergleich zwischen Bestands- und Neubaustrecke ein. Die Deutsche Bahn AG geht davon aus, dass die Lärmbelastung insgesamt deutlich zurückgehen wird.

Zuglärm heute und morgen

Hierzu wurde auch eine Lärmsimu­lation vorgestellt, die für den süd­lichen Stadtrand von Wächters­bach die derzeitige (reale) Situation dem zukünftigen Zustand auf der Neubau­strecke gegenüberstellt. Aus meiner Sicht waren die Werte für Wächters­bach allerdings nicht so signifikant verbessert wie erhofft. Nicht alle Fragen zum Zuglärm wurden beant­wortet, z.B. die nach der Ausbreitung des Schalls in höher gelegene Straßen / Stadtteile. Mehrfach wurde nach dem Tunnelknall gefragt, der beim Austritt eines Hochge­schwin­dig­keitszuges aus einem Tunnel ent­steht. Hier versicherte der befragte Projektleiter, dass alle Tunnel­mündungen mit schallschluckenden Einrichtungen versehen werden.

Die Deutsche Bahn AG hat beim Regierungspräsidium Darmstadt alle erforderlichen Unterlagen für das anstehende Raumordnungsverfahren (ROV) eingereicht, was vom RP auch bestätigt wurde. Für die Neubau­strecke soll am 02.06.2020 die "Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange im ROV" beginnen. Im Raumordnungs­verfahren ist neben der Antrags­variante IV als Alternative auch noch die Streckenvariante VII beschrieben; dies für den (eher theoretischen) Fall, dass die geplante Strecke entlang des Kinzigtals nicht genehmigungs­fähig wäre.

Viele Fragen in der Info-Veranstaltung betrafen die Bauzeit, z.B. bezüglich der Baulogistik, konnten aber noch nicht endgültig beantwortet werden. Denn erst nach dem erfolgreichen Abschluss des ROV beginnt die technische Planung der Strecke. Nach einigen weiteren Schritten wird klar werden, welche konkreten Belastungen ab der zweiten Hälfte der 2020er Jahre während der Realisierung der Neubau­strecke auf das Kinzigtal zukommen werden. Auch der Verlauf der Strecke wird sich gegebenenfalls nach Abschluss der Baugrunduntersuchungen gegenüber dem gezeigten Film noch geringfügig ändern; größere Änderungen sind allerdings eher unwahrscheinlich.

Einig waren sich Veranstalter und Besucher darin, dass die Informationsveran­staltung per Internet eine gelungene Idee war, die nach Wiederholung schreit. Und ein Besucher meinte im Chat sinngemäß, es sei praktisch, Informationen aus erster Hand zu bekommen, ohne irgendwo hinfahren zu müssen, und seine Jogginghose könne er auch anbehalten...

(Mit persönlichen Eindrücken/Anmerkungen des Webmasters.)