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  Wächtersbach-Neudorf ...  

26.09.2020


Header Neudorf V2 mit Wappen

Die Randnotiz

Die Diensttreppe

Froh sind die Neudorfer schon, dass nach monatelangen Bauarbeiten die neue Brücke über den Flutgraben am Ortsrand von Aufenau für den Verkehr freigegeben worden ist. Und sie nicht mehr den Umweg über Wächtersbach fahren müssen, wenn sie z.B. im Mittelpunkt Aufenau Brötchen holen wollen. Noch fehlt an der Brücke das Geländer. Was aber gleich auffällt, ist dieses Schild:

Die Diensttreppe
Diensttreppe“? Da wiehert der Amtsschimmel! Wozu baut man eine Treppe, wenn sie nicht betreten werden darf? Oder war eigentlich gemeint: „Betreten der Diensttreppe für Unbefugte verboten“? Daran schlössen sich gleich weitere Fragen an: Wie kommt man aus dem Status eines Unbefugten in den eines Befugten? Durch Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars bei der Stadtverwaltung? Oder bei Hessen Mobil (früher Straßenbauamt)?

Oder wollte Hessen Mobil einfach nur ausschließen, dass es bei einem eventuellen Unfall auf der Treppe haften muss? Dann allerdings hätte man direkt auf das Schild schreiben können: „Betreten der Treppe auf eigene Gefahr“. Ganz ohne Dienst und ganz ohne Verbot. Und ohne Amtsschimmel.

Wirtschaftsflüchtlinge sind keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, denn es hat sie schon immer gegeben. Im 19. Jahrhundert war nicht Deutschland das "gelobte Land", sondern die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn in Deutschland herrschten damals Armut und Hunger, während das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" einen Ausweg aus prekären Verhältnissen versprach. Aus diesem Grund wanderten zwischen 1820 und 1920 mehr als fünf Millionen (!) Deutsche in die USA aus. Ein Beispiel aus der eigenen Familie: Von den 9 Geschwistern meines Urgroßvaters wanderten 8 nach Amerika aus.

Auch damals war die Reise in die Neue Welt gefährlich und waren die Neuankömmlinge nicht immer und überall willkommen. So mussten sich insgesamt mehr als 12 Millionen Menschen im Immigrationszentrum Ellis Island, auf einer Insel vor New York gelegen, einer Prüfung auf Einwanderungstauglichkeit stellen; viele wurden in ihre Herkunftsländer zurück geschickt.

Ellis Island

Doch die meisten Einwanderer schafften es in die USA. Und viele von Ihnen und ihren Kindern brachten es in Amerika zu Wohlstand. Heute geben mehr als 50 Millionen US-Amerikaner an, (auch) deutsche Vorfahren zu haben.

Oft suchen die Nach­fahren mit Namen wie Schlossler (früher Schlößler) oder Detts (Dietz) jetzt nach ihren Wurzeln in Deutsch­land, natür­lich auch per Inter­net. So habe ich über das Kontakt-Formular dieser Inter­net­seite bere­its zwei Anfra­gen erhal­ten, ob wir bei der Suche nach ihren Ahnen aus Neu­dorf helfen kön­nten. Dies ist nicht immer ein­fach, denn meist existiert nur noch rudi­men­täres Wis­sen über Namen und Fam­i­liengeschichte. Oft jedoch kön­nen ältere Ein­wohner oder auch Kirchen­bücher wichtige Hin­weise und Infor­ma­tio­nen geben. Da es seit 1874 bei uns ein offizielles Melderegister gibt, kann in vielen Fällen auch Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! von der Stadtver­wal­tung Wächters­bach helfen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links: Deutsche Massenmigration - Der große Aufbruch, Auswanderung, Ellis Island, Auswandern nach Amerika, Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert