Informationen aus und über, aber nicht nur für Wächtersbach-Neudorf ...  

 Informationen aus und über  

  Wächtersbach-Neudorf ...  

22.09.2020


Header Neudorf V2 mit Wappen

Die Randnotiz

Die Diensttreppe

Froh sind die Neudorfer schon, dass nach monatelangen Bauarbeiten die neue Brücke über den Flutgraben am Ortsrand von Aufenau für den Verkehr freigegeben worden ist. Und sie nicht mehr den Umweg über Wächtersbach fahren müssen, wenn sie z.B. im Mittelpunkt Aufenau Brötchen holen wollen. Noch fehlt an der Brücke das Geländer. Was aber gleich auffällt, ist dieses Schild:

Die Diensttreppe
Diensttreppe“? Da wiehert der Amtsschimmel! Wozu baut man eine Treppe, wenn sie nicht betreten werden darf? Oder war eigentlich gemeint: „Betreten der Diensttreppe für Unbefugte verboten“? Daran schlössen sich gleich weitere Fragen an: Wie kommt man aus dem Status eines Unbefugten in den eines Befugten? Durch Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars bei der Stadtverwaltung? Oder bei Hessen Mobil (früher Straßenbauamt)?

Oder wollte Hessen Mobil einfach nur ausschließen, dass es bei einem eventuellen Unfall auf der Treppe haften muss? Dann allerdings hätte man direkt auf das Schild schreiben können: „Betreten der Treppe auf eigene Gefahr“. Ganz ohne Dienst und ganz ohne Verbot. Und ohne Amtsschimmel.

Wappen Waechtersbach

Andre Ritzel begrüßte als kommissarischer Ortsvorsteher nicht nur seine Kollegen, da­run­ter den Nachrücker Günter Kistner. Auch Bürgermeister Andreas Weiher und der neu gewählte 1. Stadtrat Oliver Peetz, die noch einige Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung mitgebracht hatten, sowie etwa 35 Bür­gerinnen und Bürger machten die öffentliche Sitzung zu einer gut besuchten Veranstaltung.

Tagesordnung:

  1. Neuwahl Ortsvorsteher
  2. 650 Jahre Neudorf - Jubiläum, Fest und Ausstellung
  3. Sachstand Dorferneuerungsmaßnahmen
    1. Dalles
    2. Altes Rathaus
    3. Barriere-freier Zugang Kirche
  1. DGH
    1. Nutzung der ehemaligen Gaststätte
    2. Dämmung: Decke und Saal
  1. Konzept Friedhof
  2. Nutzung "Alte Weide"
  3. Verschiedenes


Zunächst stand die Neuwahl des Ortsvorstehers an. Diese war notwendig ge­wor­den, weil der bisherige Amtsinhaber aufgrund seiner Wahl zum 1. Stadtrat das Amt aufgeben musste.

Frank Schneider, der dieses Amt von 1997 bis 2006 schon einmal aus­geübt hatte, wurde zur Wahl vorge­schlagen, einstimmig gewählt und nahm die Wahl an. Nach einigen Dankesworten übernahm er direkt die weitere Leitung der Sitzung. Gleich zu Beginn bat er die Anwesenden, sich zu einer Schweigeminute für Gerhard Seitz zu erheben, den kürzlich ver­stor­benen ehemaligen Ortsvorsteher.

Ortsbeiratssitzung 9.2.2015

Frank Schneider informierte ausführ­lich darüber, dass Neudorf laut einer Urkunde, die im Hessischen Landes­archiv in Marburg vorliegt, in diesem Jahr 650 Jahre alt wird. Aus diesem Grund wird es am 5./6.9.2015 ein kleines Fest sowie eine Ausstellung historischer Fotos und Urkunden geben. Um die Vorbereitung des Festes wird sich weiterhin Oliver Peetz kümmern, der den bürokra­tischen Aufwand für Versicherungen, GEMA u.ä. beklagte, der selbst für ein kleines Fest anfällt.

650 Jahre Neudorf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! informierte darüber, dass an der Vorbe­reitung der Ausstel­lung etwa 10 Mitbür­ger beteiligt sind, die bisher bereits über 3.000 Bilder und Dokumente gesammelt haben. Trotzdem forderte er die Bürger auf, weiteres Material für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen; auch Geschichten und Anekdoten sind willkommen.

Die Ausstellung wird aus Tafeln bestehen, die jeweils ein Thema aus der Dorfgeschichte zeigen werden. Für jeden Verein im Ort sind zwei Tafeln reserviert, die von den Vereinen selbständig gestaltet werden sollen. Außerdem hat sich ein Bürger bereit gefunden, ein Modell des Alten Rathauses anzufertigen. Zur Deckung der Kosten werden die ortsansässigen Unternehmen angeschrieben und um eine Spende gebeten. Darüber hinaus sagte Bürgermeister Weiher Unterstützung durch die Stadt zu.


Im Rahmen der Dorferneuerung stehen die Neugestaltung des "Dalles", die Wiederbelebung des Alten Rathauses und der Barriere-freie Zugang zur Kirche an.

  • Bei der Neugestaltung des Dalles kann nur die Gestaltung des Platzes aus Mitteln der Dorf­erneuerung finanziert werden. Dagegen müssen die notwen­digen Straßenbauarbeiten aus dem Budget von hessen mobil kommen. Hier steht leider die Zustimmung von hessen mobil aufgrund der angespannten Haushaltslage noch aus; Bürgermeister Weiher wird sich deswegen mit dem Hessischen Verkehrsministerium in Verbindung setzen.

  • Vom Alten Rathaus und dem dortigen Heimatmuseum gibt es mehr Positives zu berichten: So wurden bereits € 40.000,- an Fördergeldern bewilligt. Mit dem Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach wurde vereinbart, dass dieser in Zukunft mit einer neugegründeten Ortsgruppe in Neudorf für das Rathaus die Trägerschaft übernimmt. Ein Nutzungskonzept wurde erstellt und abgestimmt. Der Innen­aus­bau wird in Eigeninitiative einiger Neudorfer Bürger durchgeführt werden. Allerdings ist absehbar, dass die bisher bewilligten Mittel nicht ausreichen werden, da für eine langfristige Sicherung von Gebäude und Ausstellung u.a. eine Heizung eingebaut werden muss.

  • Auch beim Zugang zur Kirche liegt inzwischen der Bewilli­gungs­bescheid vor. Jetzt sind die beiden Kirchen gefordert, denn sie müssen den Maßnahmen nicht nur zustimmen, sondern auch eigene Mittel bereitstellen; allerdings können die Kirchen ebenfalls Zuschüsse aus der Dorferneuerung beantragen. Der Barriere-freie Anschluss an den Friedhof wiederum ist Sache der Stadt. Trotzdem ist eine Reali­sierung des Gesamtkonzeptes in 2015 noch realistisch.

Apropos Friedhof: Einigkeit besteht bei allen Beteiligten, dass der derzeitige Zustand des Friedhofs schlecht ist. Um eine Umgestaltung voranzubringen, hat sich Simone Bienossek bereit erklärt, als Fried­hofs­beauftragte des Ortsbeirates tätig zu werden und in dieser Funktion zusammen mit der Stadtverwaltung Maßnahmen zu definieren und umzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass es im alten Teil des Friedhofes Probleme mit hohem Grund­wasserstand gibt, die wahrscheinlich ein Bodengutachten und Draina­ge­maßnahmen erfordern werden.
Die Anregung, auch ein Grabfeld für muslimische Mitbürger zu reser­vieren, fand in der Versammlung breite Zustimmung.


Seit wenigen Tagen zeichnet sich bezüglich der Nutzung der Gaststätte im Dorfgemeinschaftshaus eine positive Entwicklung ab: Ein junger Bürger aus Neudorf möchte zusam­men mit seiner Familie die Gaststätte pachten und voraus­sicht­lich ab 1.4.2015 seine Gäste mit inter­nationaler und türkischer Küche verwöhnen.

Nicht ganz so positiv ist der Zustand des Saales im Dorfgemein­schafts­haus, denn einerseits sind die Heizkosten aufgrund fehlender Dämmung relativ hoch, andererseits sind die Deckenbeleuchtung und die Toiletten in schlechtem Zustand. Hier wurde von Seiten des Ortsbeirats gegenüber der Stadt Hand­lungs­bedarf signalisiert.


Einige Bürger waren vor kurzem sehr verwundert, dass Arbeiter im Bereich der "Alten Weide" Zaun­pfosten errichteten. Weder der Ortsbeirat noch die Stadt­verwaltung waren informiert. Schließlich stellte sich heraus, dass das Regie­rungs­präsidium Darmstadt und der NaBu als Projekt zum Landschaftsschutz dort die Ansiedlung von Wasser­büffeln plant.

Wasserbueffel kleinDarüber konnte man zwar schon am 11.02.2014 im Gelnhäuser Tageblatt lesen; eine Unterrichtung der Stadt über die Planungen hatte das Regierungs­präsidium jedoch vergessen.

Da es offensichtlich viele offene Fragen gibt, soll im Frühjahr ein Ortstermin alle Beteiligten zusammenbringen.

Ortslandwirt Richard Kistner gab zu bedenken, dass es in der "Aale Weid" -wie die Gemarkung im lokalen Sprach­ge­brauch heißt- eine Reihe boden­brüten­der, teilweise seltener Vogel­arten gibt, z.B. die Bekassine oder die Schafstelze. Daher sollten die Wasserbüffel frühestens nach Ende der Brutzeit, also etwa im Juli, auf das Gelände gebracht werden.


Ein großes Thema in der letzten Ortsbeiratssitzung war die Auswei­tung des Neudorfer Wasser­schutz­gebietes, die ebenfalls vom Regierungspräsidium Darmstadt geplant war. Bürgermeister Weiher bestätigte, dass die Stadt Wächtersbach sich nach wie vor gegen diese Ausweitung zur Wehr setzt und erreichen konnte, dass das Vorhaben vorläufig gestoppt worden ist.


Nach dem offiziellen Ende der Sitzung hatten die Bürger Gelegen­heit, unter­einander und auch mit den "Honoratioren" die zahlreichen Themen zu vertiefen. Dass es dabei auch etwas zu trinken gab, war der Freiwilligen Feuerwehr zu verdanken, die sich bereit erklärt hatte, an diesem Abend mit einigen Aktiven die Bewirtung zu übernehmen.