Informationen aus und über, aber nicht nur für Wächtersbach-Neudorf ...  

 Informationen aus und über  

  Wächtersbach-Neudorf ...  

26.09.2020


Header Treffpunkt

Die Randnotiz

Die Diensttreppe

Froh sind die Neudorfer schon, dass nach monatelangen Bauarbeiten die neue Brücke über den Flutgraben am Ortsrand von Aufenau für den Verkehr freigegeben worden ist. Und sie nicht mehr den Umweg über Wächtersbach fahren müssen, wenn sie z.B. im Mittelpunkt Aufenau Brötchen holen wollen. Noch fehlt an der Brücke das Geländer. Was aber gleich auffällt, ist dieses Schild:

Die Diensttreppe
Diensttreppe“? Da wiehert der Amtsschimmel! Wozu baut man eine Treppe, wenn sie nicht betreten werden darf? Oder war eigentlich gemeint: „Betreten der Diensttreppe für Unbefugte verboten“? Daran schlössen sich gleich weitere Fragen an: Wie kommt man aus dem Status eines Unbefugten in den eines Befugten? Durch Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars bei der Stadtverwaltung? Oder bei Hessen Mobil (früher Straßenbauamt)?

Oder wollte Hessen Mobil einfach nur ausschließen, dass es bei einem eventuellen Unfall auf der Treppe haften muss? Dann allerdings hätte man direkt auf das Schild schreiben können: „Betreten der Treppe auf eigene Gefahr“. Ganz ohne Dienst und ganz ohne Verbot. Und ohne Amtsschimmel.

Logo Treffpunkt

 
Zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens soll sich die Neudorfer Begegnungsstätte Treffpunkt entwickeln, die am 09.03.2013 feierlich eröffnet wurde. Jetzt liegt es ausschließlich an den Bürgern, diese Einrichtung auch mit Leben zu füllen, damit der Name auch zum Inhalt wird.

„Die Dorferneuerung macht es möglich, dass sich die Bürger zusammengesetzt und gemeinsam überlegt haben, um herauszufinden, „wie sollen die drei Dörfer Hesseldorf, Weilers und Neudorf in Zukunft aussehen?“, so Frank Schneider, der in seiner Funktion als Ansprechpartner für übergeordnete Projekte der Dorferneuerung eine Rede hielt. Bei dieser Frage geht es, wie Schneider betonte, eben nicht um den Vorsatz „unser Dorf soll schöner werden“. Denn das Ziel der Dorferneuerung geht weit über das Arrangement von Blumenkübeln hinaus, hat sie doch die Zukunft der ländlichen Entwicklung im Blick.
 
Frank Schneider bei seinem Vortrag im gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus

Demographie ist das Stichwort. „Die Leute werden älter und haben mehr Freizeit, aber es besteht auch die Gefahr, dass sie einsamer werden“, so Schneider. Genau hier setze die Dorferneuerung an mit der Frage an die Bürger: „Wie wollt Ihr die Zukunft gestalten, damit diese Umgebung hier weiterhin lebenswert ist?“

Nun, die Bürger haben darauf Antworten gefunden. Eine davon ist die Begegnungsstätte Treffpunkt mit integrierter Bücherei. Doch allein mit der Etablierung eines Treffpunktes ist es nicht getan. Schneider: „Jetzt kommt es darauf an, dass die Bürger von Hesseldorf, Weilers und Neudorf diesen Treffpunkt auch benutzen und ihn tatsächlich mit Leben füllen“.

Diesen Gedanken nahm auch Petra Henkel von der Interessengemeinschaft (IG) „Treffpunkt Bücherei“ auf. „Wir sind sehr stolz, das erste soziale Projekt der Dorferneuerung zu präsentieren“, meinte sie, „jetzt muss dieses Kind wachsen und gedeihen.“ Das Wachsen ist offenbar jetzt schon nötig. Denn die Bücherei platzt bereits aus allen Nähten.
 
Petra Henkel, Initiatorin des Treffpunkt, und Oliver Peetz, Ortsvorsteher
 
Dank der Spendenbereitschaft Wächtersbacher Leseratten kamen rund 3.000 Bücher zusammen. Doch bisher finden nur 1.000 davon auch Platz in den 16 Regalen, die je zur Hälfte von der Stadt und von Globus-Supermarkt gesponsert wurden. Die restlichen 2.000 Bücher lagern noch im Keller des Dorfgemeinschaftshauses. Das Team der Begegnungsstätte hofft darauf, spätestens in einem Jahr mit der Bücherei in die seit April 2012 verwaiste Gastwirtschaft umziehen zu können. „Aber erst mal müssen wir beweisen, dass die Menschen –und damit sind alle Wächtersbacher gemeint- das hier überhaupt annehmen, so dass der Umzug in größere Räume gerechtfertigt wäre.“
 
Blick in die Bücherei
 
Bei der Eröffnungsfeier herrschte jedenfalls ordentlich Leben im „Treffpunkt“. Auch wenn hiervon noch nicht die Spatzen von den Dächern sangen, so doch zumindest die „Kinzigspatzen“ der Chorgemeinschaft Neudorf sowie deren Jugendchor, der mit „Que sera“ die wichtige Frage nach der Zukunft stellte und das Team zum Mitsingen verführte.

Und auch die „Steinbergspechte“ der Sängervereinigung Hesseldorf trällerten zur Feier des Tages, während die Wächtersbacher „Line Dancers“ für bewegende Momente sorgten. Zahlreiche Gäste ließen sich zu einem kleinen Workshop überreden und studierten zusammen mit den Profis eine Choreographie ein. Dabei entpuppten sich einige als echte Naturtalente, darunter auch Ortsvorsteher Oliver Peetz.  Donnernder Applaus und die Gewissheit, zu einem Höhepunkt des Nachmittags beigetragen zu haben, war der Lohn der Mühen.

Zum Abschluss wurde es noch belesen mit den beiden Autoren Gabriele Engelbert und Carlo Kiefer, die gut aufgelegt Spannendes und Humorvolles aus ihren Werken vortrugen.

Und nun sind die Bürger dran, für Bewegendes, Mitreißendes, Geselliges im „Treffpunkt“ zu sorgen.