Informationen aus und über, aber nicht nur für Wächtersbach-Neudorf ...  


Header Neudorf V2 mit Wappen

Die Randnotiz

Waschbären

Putzig sieht es schon aus, wenn eine Waschbärin eines ihrer drei Jungen an einen anderen Ort bringen will.

Waschbärin mit Nachwuchs

Trotzdem hinterlässt dieses Bild (Klicken für großes Foto) aus der Mitte von Neudorf zwiespältige Gefühle. Ein umgestürzter Mülleimer oder ein leer gefressener Obstbaum werden ja vielleicht noch hingenommen. Aber wenn die Tiere den Dachboden in ihrem Sinn umräumen und dabei größere Schäden verursachen, dürfte bei dem einen oder anderen Hausbesitzer die Tierliebe erkalten.

Infoveranstaltung der Bahn zur Neubaustrecke am 27.04.2020

Trassenvariante IVCorona-bedingt hatte die Deutsche Bahn AG zum Neubauprojekt Gelnhausen - Fulda zu Informationsveranstaltungen der etwas anderen Art eingeladen. Für die Bürger aus dem Raum Wächters­bach und Umgebung gab es am 27.04.2020 ab 17:00 Uhr eine Kombination aus Online-Präsentation und Livestream; die Besucher konn­ten in einem Live-Chat Fragen stellen, die gesammelt und nach Themen­gruppen noch während der Veranstal­tung weitgehend beantwortet wurden. Außerdem wurde ein Film mit einer Simulation der Neubau­strecke zwischen Gelnhausen und Kalbach gezeigt.

Die Präsentation und die Aufzeich­nung der gesamten Veranstaltung finden Sie im Internet, den Film können Sie gleich hier anschauen.

Achtung: Beim Klick auf den Button Video anzeigen wird eine Verbindung zu Youtube hergestellt. Dadurch werden Daten an Youtube übertragen (s. unsere Datenschutzerklärung). Wenn Sie dies nicht möchten, sollten Sie den Film nicht anzeigen lassen.

Einen größeren Teil der Präsentation nahm die Betrachtung des Zuglärms im Vergleich zwischen Bestands- und Neubaustrecke ein. Die Deutsche Bahn AG geht davon aus, dass die Lärmbelastung insgesamt deutlich zurückgehen wird.

Zuglärm heute und morgen

Hierzu wurde auch eine Lärmsimu­lation vorgestellt, die für den süd­lichen Stadtrand von Wächters­bach die derzeitige (reale) Situation dem zukünftigen Zustand auf der Neubau­strecke gegenüberstellt. Aus meiner Sicht waren die Werte für Wächters­bach allerdings nicht so signifikant verbessert wie erhofft. Nicht alle Fragen zum Zuglärm wurden beant­wortet, z.B. die nach der Ausbreitung des Schalls in höher gelegene Straßen / Stadtteile. Mehrfach wurde nach dem Tunnelknall gefragt, der beim Austritt eines Hochge­schwin­dig­keitszuges aus einem Tunnel ent­steht. Hier versicherte der befragte Projektleiter, dass alle Tunnel­mündungen mit schallschluckenden Einrichtungen versehen werden.

Die Deutsche Bahn AG hat beim Regierungspräsidium Darmstadt alle erforderlichen Unterlagen für das anstehende Raumordnungsverfahren (ROV) eingereicht, was vom RP auch bestätigt wurde. Für die Neubau­strecke soll am 02.06.2020 die "Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange im ROV" beginnen. Im Raumordnungs­verfahren ist neben der Antrags­variante IV als Alternative auch noch die Streckenvariante VII beschrieben; dies für den (eher theoretischen) Fall, dass die geplante Strecke entlang des Kinzigtals nicht genehmigungs­fähig wäre.

Viele Fragen in der Info-Veranstaltung betrafen die Bauzeit, z.B. bezüglich der Baulogistik, konnten aber noch nicht endgültig beantwortet werden. Denn erst nach dem erfolgreichen Abschluss des ROV beginnt die technische Planung der Strecke. Nach einigen weiteren Schritten wird klar werden, welche konkreten Belastungen ab der zweiten Hälfte der 2020er Jahre während der Realisierung der Neubau­strecke auf das Kinzigtal zukommen werden. Auch der Verlauf der Strecke wird sich gegebenenfalls nach Abschluss der Baugrunduntersuchungen gegenüber dem gezeigten Film noch geringfügig ändern; größere Änderungen sind allerdings eher unwahrscheinlich.

Einig waren sich Veranstalter und Besucher darin, dass die Informationsveran­staltung per Internet eine gelungene Idee war, die nach Wiederholung schreit. Und ein Besucher meinte im Chat sinngemäß, es sei praktisch, Informationen aus erster Hand zu bekommen, ohne irgendwo hinfahren zu müssen, und seine Jogginghose könne er auch anbehalten...

(Mit persönlichen Eindrücken/Anmerkungen des Webmasters.)

Informationen 2018/2

Logo der Deutschen Bahn AGAuch das 16. Treffen des Dialogforums der Deutschen Bahn zur Neubaustrecke Hanau - Fulda brachte keine Überraschungen mehr: Die Bahn wird mit der Variante IV als Antragsvariante in das Raumordnungsverfahren gehen. Abstimmungsgespräche der Gutachter der Bahn mit den Gutachtern des Main-Kinzig-Kreises haben keine Veränderung der bisherigen Festlegungen nach sich gezogen: Die Varianten IV und VII sind nach Bewertung der Umwelt- und Raumordnungskriterien nahezu gleichauf; volkswirtschaftliche und verkehrliche Vorteile sprechen jedoch für die Variante IV.

Die Bahn wird jetzt die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren erstellen, in dem auch alle Informationen zu den unterlegenen Varianten dargestellt werden. Dann ist es Aufgabe des Regierungspräsidiums Darmstadt, die eingereichten Unterlagen zu bewerten.

Diese und viele weitere Informationen finden Sie auf der projekteigenen Website der Bahn, darunter eine genaue Beschreibung des geplanten Streckenverlaufes und alle Unterlagen zum 16. Dialogforum.

DB-Neubaustrecke Hanau- Fulda: Variante IV

Update vom 01.12.2018

In der 14. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Raumordnungsverfahren am 21.11.2018 ging es u.a. um den Vorschlag einiger Bürgerinitiativen zu einer geänderten Streckenführung zwischen Wirtheim und Wächtersbach. Die Detailprüfung zu diesem Änderungsvorschlag hat ergeben, dass dieser gegenüber der bisher geplanten Streckenführung der Variante IV schlechter abschneidet und daher abgelehnt wird.

Es bleibt also bei der geplanten Talbrücke südlich der Wächtersbacher Innenstadt, wie in der obigen Karte dargestellt.

Ausführliche Informationen zu dieser Sitzung finden Sie hier.

Neues von der Bahnstrecke

DB

Update vom 15.06.2018:

Die Entscheidung für die Antragsvariante ist gefallen: Beim 14. Dialogforum in Wächtersbach hat die Deutsche Bahn AG in Anwesenheit des Hessischen Verkehrsministers Tarek al-Wazir bekanntgegeben, dass sie mit der Variante IV in das Raumordnungsverfahren gehen wird. Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Projekt-Website der Deutschen Bahn.

Diese Entscheidung bedeutet noch nicht, dass alle Details der Streckenführung bereits klar sind. So betrachtet die Bahn bereits eine Variante im Raum Steinau, die östlich an Steinau vorbei führt und die Überquerung des Kinzigsees bei Ahl überflüssig machen würde.
Außerdem liegen Vorschläge -gerade auch aus der örtlichen Politik- auf dem Tisch, die Linienführung im Bereich zwischen Biebergemünd-Wirtheim und Wächtersbach so abzuändern, dass die große Talbrücke westlich Wächtersbach nicht gebaut werden müsste. Auch die nächsten Monate werden also spannend bleiben!

 

Update vom 08.06.2018:

Hauptthema des 13. Dialogforums war die Begründung für die Ablehnung der "Variante VIII" des unabhängigen Ingenieurs Ingmar Gorissen. Diese Variante schneidet in der Beurteilung der Gutachter noch schlechter ab als die ebenfalls schon ausgeschiedene Variante V.

Ein weiteres Thema waren Alternativen für die Überquerung des Kinzigsees bei Ahl für die Variante IV für den Fall, dass diese Überquerung aus technischen bzw. geologischen Gründen nicht realisiert werden könnte. Diese Umfahrungsmöglichkeiten sollen bis zur nächsten Sitzung am 15.06.2018 bewertet werden.

Die beiden verbliebenen Varianten IV und VII liegen in der Bewertung so nah beieinander, dass die Bekanntgabe der Antragsvariante am 15.06.2016 mit großer Spannung erwartet werden kann.

Die Information der Deutschen Bahn AG einschließlich der Pressemitteilung und der Präsentation des 13. Dialogforums finden Sie unter diesem Link.

 

Update vom 30.05.2018:

Die Deutsche Bahn AG hat die Festlegung auf eine Antragsvariante vom 08.06.2018 um eine Woche auf den 15.06.2018 verschoben, da die "Variante VIII" noch detailliert bewertet werden soll. Das Dialogforum am 08.06.2018 wird jedoch wie geplant stattfinden.

 

Update vom 06.05.2018:

Am 03.05.2018 fand die 12. Sitzung des Dialogforums zur Bahnstrecke Hanau-Würzburg/Fulda statt. Hier die wesentlichen Ergebnisse:

  • Was sich bereits seit Wochen abgezeichnet hatte (s. oben), wurde jetzt von der Deutschen Bahn als Beschluss verkündet: Nur die Trassenvarianten IV und VIIb werden weiter verfolgt; alle anderen Varianten scheiden aus.
  • Bis zur nächsten Sitzung des Dialogforums am 08.06.2018 werden vertiefende Untersuchungen der beiden verbliebenen Varianten durchgeführt. Danach soll feststehen, welche Variante als Vorzugsvariante in das Raumordnungsverfahren eingebracht wird.

Unter obigem Link finden Sie sowohl die Pressemitteilung der Deutschen Bahn zur 12. Sitzung des Dialogforums als auch die gezeigte Präsentation mit einer detaillierten Abwägung bezüglich der Trassenvarianten. Unter diesem Link finden Sie auch noch kurze "Fact Sheets", die die Charakteristiken, die Vor- und die Nachteile aller sieben Streckenvarianten kurz auf je zwei Seiten zusammenfassen.

 

Update vom 13.04.2018:

Am 11.04.2018 fand die 11. Sitzung des Dialogforums zur Bahnstrecke Hanau-Würzburg/Fulda statt. Wichtigste Ergebnisse aus Wächtersbacher Sicht -soweit aus der zugehörigen Präsentation ersichtlich- sind:

  • Der Ausschluss der "Variante VIII", also des bestandsnahen Ausbaus, aus den weiteren Untersuchungen.
    Diese Variante schneidet (noch) schlechter ab als die ohnehin schon schlecht bewertete Variante V (s. in der Präsentation insbesondere Seiten 36 und 37).
  • Die besten Noten erhält jetzt eine modifizierte Version der Variante VII (s. in der Präsentation Seiten 4 - 9 und 52).
    Damit wird eine Entscheidung für diese Streckenführung als Antragsvariante immer wahrscheinlicher.

Die Talbrücken bei Wächtersbach (Variante IV) bzw. im Brachttal (Variante VI/VII) können Sie folgenden Visualisierungen entnehmen:

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Ursprünglicher Beitrag:

Am 05.03.2018 fand die 10. Sitzung des Dialogforums zur Bahnstrecke Hanau-Würzburg/Fulda statt. Dabei gab es eine erste vorläufige Bewertung der Trassenvarianten. Vor einer endgültigen Festlegung auf eine Antragsvariante stehen jedoch noch zahlreiche Aufgaben an. Dazu gehört die Bewertung der Variante VIII, die von verschiedenen Bürgerinitiativen ins Spiel gebracht worden war und die für einen Aus- bzw. Neubau nahe an der Bestandsstrecke steht.

TrassenvariantenDennoch lassen sich erste Tendenzen erkennen (in der Präsentation vor allem auf Seiten 42 und 43):

  • Es wird festgestellt, "dass Variantenkombinationen, die nahe der bestehenden Bahnstrecke im Kinzigtal verlaufen, aufgrund der hohen Anzahl betroffener Einwohner durch Lärm und während der längeren Bauzeit nachteilig sind".
    Das betrifft die Variante V, die zwischen Wächtersbach-Innenstadt und Hesseldorf aus einem Tunnel käme, auf einer Brücke das Brachttal überqueren würde und nördlich von Neudorf wieder im Tunnel verschwände, um gleich anschließend beinahe den Kurpark in Bad Soden zu durchqueren.
    Die gleiche Argumentation dürfte auch auf die Variante VIII zutreffen.
  • Die Spessartvarianten I bis III scheiden voraussichtlich wegen der vergleichsweise längeren Fahrstrecke aus.
  • Variante VI ist aus Umweltsicht kritisch, Variante VII wegen Konflikten mit dem Kalibergbau in Neuhof.

Damit bleiben als Favoriten die Varianten IV und modifizierte Varianten von VI und VII, wobei die beiden letzten für den Raum Wächtersbach praktisch identisch sind. Die einzelnen Stadtteile von Wächtersbach wäre von diesen Varianten wie folgt  betroffen:

  • Neudorf wäre praktisch außen vor, da die Trassen am Aufenauer Berg (IV) oder zwischen Hesseldorf und Brachttal-Schlierbach (VI / VII) verlaufen würden.
  • Die Innenstadt wäre entweder durch eine Talbrücke am westlichen Stadtrand (IV) betroffen oder über ein kurzes oberirdisches Teilstück hinter dem Gelände der ehemaligen Brauerei (VI / VII).
  • Aufenau wäre bei VI / VII außen vor. Variante IV dürfte nur zu geringen Beeinträchtigungen führen.
  • Hesseldorf und Weilers wären bei IV außen vor. Bei VI / VII gäbe es eine große Talbrücke nördlich der Stadtteile. Da die Tunnelbohrungen in beide Richtungen wahrscheinlich aus dem Brachttal erfolgen würden, gäbe es vor allem für Hesseldorf natürlich auch einen erheblichen Baustellenverkehr durch LKWs beim Abtransport des Tunnelaushubs.

Informationsveranstaltung 14.11.2016

Logo Deutsche BahnDie Deutsche Bahn hatte alle interessierten Bürgerinnen und Bürger für den 14.11.2016 zu einem Informationsabend über die Aus- bzw. Neubaustrecke der Bahn von Gelnhausen nach Fulda in die Heinrich-Heldmann-Halle in Wächtersbach eingeladen, und mehr als 250 Gäste zeigten das große Interesse der Region an diesem großen Infrastrukturvorhaben.

Info Veranstaltung Bahn Publikum

Moderator Ralf Eggert vom Büro IFOK hatte die Anwesenden nach Ihrer Herkunft gefragt; danach kamen ca. 25% aus Wächtersbach und weitere 25% aus maximal 10km Entfernung, aber immerhin die Hälfte der Teilnehmer hatte einen weiteren Anreiseweg.

Dr. Klaus VornhusenWie Dr. Klaus Vornhusen, Generalbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Hessen (Foto rechts), ausführte, wurde erstmals bei einem Infrastrukturvorhaben dieser Größe ein Prozess gewählt, der von Anfang an die aktive Mitwirkung aller beteiligten und interessierten Körperschaften, Vereinigungen, Bürgerinitiativen und Einzelpersonen einbezieht. Offenbar hat die Deutsche Bahn hier von den Bürgerprotesten bei "Stuttgart 21" gelernt.

Diese Mitwirkung manifestiert sich im Dialogforum Hanau–Würzburg/Fulda, das ebenfalls von Herrn Eggert geleitet wird. Zahlreiche der derzeit etwa 70 Mitglieder des Dialogforums hatten sich auf den Weg nach Wächtersbach gemacht. Einige ihrer Vertreter mit ganz unterschiedlicher Sicht auf das Projekt (von Bürgermeistern betroffener Gemeinden über Vertreter des Fahrgastverbandes PRO BAHN bis zur Naturschutzorganisation NABU) lobten ausdrücklich diese Vorgehensweise der Bahn. Aus dem Dialogforum hätten bereits zahlreiche Informationen und Anregungen den Weg in das Projekt gefunden. Allen ist jedoch auch klar, dass die Neubaustrecke kommen muss, um einen Verkehrskollaps auf einer zentralen Strecke in Mitteleuropa zu verhindern, aber auch, dass es ohne Beeinträchtigungen von Bürgern und Umwelt nicht abgehen werde.

Einen großen Teil der Veranstaltung übernahm Dr. Reinhard Domke, der Technische Projektleiter der Deutschen Bahn. Er informierte ausführlich über den aktuellen Planungsstand: Aus den zunächst zahllosen Möglichkeiten einer Streckenführung wurden zuletzt sieben Linienvarianten identifiziert, die in der Planung weiter verfolgt werden sollen.

DB LinienvariantenDanach steht schon jetzt fest, dass es einen viergleisigen Ausbau der jetzigen Strecke Gelnhausen - Fulda nicht geben wird, und dass große Teile der Neubaustrecke in Tunnels von bis ca. 10km Länge verlaufen werden. Weiterhin stellte er fest, dass die Neubaustrecke nicht nur tagsüber für den ICE-Verkehr genutzt werden soll, sondern auch nachts mit Güterzügen befahren werden soll. Da die Neubaustrecke erheblich höheren Lärmschutzauflagen unterliegen wird als die jetzige Bestandsstrecke, ist dies für die lärmgeplagten Bürger im Kinzigtal sicher eine gute Nachricht. Für den Wechsel der Güterzüge zwischen Bestands- und Neubaustrecke werden natürlich auch Übergangspunkte benötigt. Weiterhin darf die Maximalsteigung der Strecke für die Güterzüge nicht größer als 1,2 Prozent sein (was einen erhöhten Tunnelanteil zur Folge hat). Beides muss bei der Planung berücksichtigt werden und in die Bewertung der verbliebenen Streckenvarianten eingehen.

Wächtersbach wäre nur bei der Realisierung der Variante 1 nicht betroffen:

  • Die Varianten 2 - 4 würden südwestlich von Wächtersbach das Kinzigtal kreuzen und südlich von Aufenau am Orber Berg kurz aus einem Tunnel auftauchen.
  • Variante 5 würde hinter dem Brauereigelände kurz (zwischen zwei Tunneln) oberirdisch verlaufen und dann zwischen Hesseldorf und Neudorf das Brachttal überqueren, um dann ganz nahe am Kurgelände von Bad Soden oberirdisch Richtung Nordosten geführt zu werden.
  • Varianten 6 und 7 würden ebenfalls hinter dem Brauereigelände geführt werden und dann zwischen Brachttal-Schlierbach und Weilers das Tal der Bracht auf einer großen Brücke überqueren.

Neudorf direkt wäre nur von Variante 5 betroffen, gegen die sich aber starker Widerstand regt: Ein Magistratsmitglied aus Bad Soden-Salmünster stellte in der Diskussion klar, dass diese Stadt gegen eine Entscheidung für diese Linienvariante alle rechtlichen Mittel ausschöpfen würde. Auch das Wächtersbacher Stadtparlament hat inzwischen einstimmig einem Antrag gegen die Variante 5 zugestimmt.

Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung konnten sich die Anwesenden noch an mehreren Info-Ständen über den Planungsstand informieren.

Mit der Veranstaltung und ihren Nachwirkungen beschäftigen sich mehrere Publikationen in der Presse und in diversen Medien, so das Gelnhäuser Tageblatt, die GNZ und noch einmal das GT.

Wie bereits in einem früheren Beitrag dieser Website ausgeführt, finden sich alle Informationen zum Projekt und zum aktuellen Planungsstand auf der eigens eingerichteten Website der DB Netz AG Ausbau-/Neubaustrecke Hanau–Würzburg/Fulda; die neuesten Informationen zum Planungsstand findet man unter diesem Link.

 

Kommentar des Webmasters

Nach und nach konkretisieren sich die Pläne der DB Netz AG für die Neubaustrecke Gelnhausen - Fulda. Dass es in diesem Streckenabschnitt keinen viergleisigen Ausbau der bestehenden Strecke geben wird, ist sicher eine gute Nachricht für die Neudorfer Bürger.

Verfolgt man die Planungen -wie ich- schon seit einigen Jahren, so fallen Verschiebungen in den angestrebten Zielen ins Auge:

  • Die als "Mottgersspange" bekannte Variante 3 durch den Spessart mit der Möglichkeit, auf ihr auch ICE-Züge von Frankfurt nach Würzburg und damit nach Süden zu leiten, scheint zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Dazu beigetragen hat sicher die klare Stellungnahme zahlreicher bayerischer Politiker für den Erhalt des ICE-Standortes Aschaffenburg. Flankierend dazu wird derzeit die Strecke Aschaffenburg - Würzburg im Bereich Heigenbrücken mit mehreren neuen Tunneln ausgebaut, so dass die Mottgersspange an Attraktivität verliert.
  • Auch die anderen beiden Spessartlinien haben spätestens mit dem Interesse der Bahn an einer nächtlichen Nutzung der Neubaustrecke an Attraktivität verloren, denn sie sind länger als die Kinzigtal-nahen Varianten und bieten kaum Übergabepunkte zwischen Bestands- und Neubaustrecke.
  • Sicherlich interessant aus Sicht der Deutschen Bahn sind die Varianten 4 und 5. Durch die Nähe zum Kinzigtal und zur Bestandsstrecke kämen Vorteile wie gute Verkehrsanbindung (für Baustellenverkehr und Abtransport des Tunnelaushubs), viele Übergabepunkte zwischen Bestands- und Neubaustrecke und der relativ geringe Tunnelanteil ins Spiel.
    Auf der anderen Seite wären diese Varianten für die Bürger im Kinzigtal der reine Horror. Zum ohnehin vorhandenen Lärmteppich von Bahnstrecke, Autobahn, stark befahrenen Straßen in Tallagen und zahllosen Fluzeugen im Landeanflug auf Frankfurt kämen noch jahrelanger Baustellenverkehrslärm und danach der Zugverkehr. Die Variante 5 würde überdies fast direkt durch den Kurpark von Bad Soden-Salmünster führen; für einen Hotelier oder Restaurantbesitzer aus Bad Soden Anlass für Existenzängste, denn die Aussicht hierauf dürfte zahlreiche potentielle Gäste verschrecken. Sollte die Bahn letztlich diese Trasse favorisieren, dürfte mit massiven Bürgerprotesten und langjährigen Gerichtsverfahren zu rechnen sein.
    Auch für Wächtersbach im allgemeinen und für Neudorf im speziellen wäre die Variante 5 die schlechteste Lösung.
  • Blieben also die Varianten 6 und 7, die am westlichen/nördlichen Rand des Suchraums liegen und in den Überlegungen bis vor kurzer Zeit überhaupt noch nicht als Alternativen wahrgenommen wurden. Übergabepunkte zur Bestandsstrecke wären vorhanden, die Strecken sind relativ kurz und führen durch relativ schwach besiedeltes Gebiet. Andererseits wären viele und lange Tunnels erforderlich, während der Abtransport des Tunnelaushubs angesichts der kleinen Sträßchen in den engen Tälern des südlichen Vogelsberg eine logistische Herkulesaufgabe sein dürfte.
    Für Wächtersbach wären die Beeinträchtigungen durch diese beiden Streckenvarianten überschaubar.

Irgendwann in 2017 soll aus den Varianten eine als sogenannte Antragsvariante ausgewählt werden, mit der die Bahn in das Raumordnungs- und das Planfeststellungsverfahrens gehen will. Bis dahin (und vor allem bis zu einem Baubeginn der Neubaustrecke irgendwann -viel- später) wird es sicher noch einige Wendungen geben, bei der manche scheinbar unumstößliche Wahrheit noch ins Wanken geraten könnte. Wir werden das Thema weiter begleiten!

Informationen 2018/1

Neubaustrecke bei NeudorfSeit Mitte April 2016 finden sich auf der Webseite der Stadt Wächtersbach, aber auch in mehreren Facebook-Gruppen Hinweise darauf, dass laut dem Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) die geplante Neubaustrecke der Deutschen Bahn zwischen Hanau und Fulda direkt an Neudorf vorbei geführt würde. Grund für die Aufregung war wohl eine Kartenskizze aus dieser Planunterlage.

Die Stadt Wächtersbach hatte sogar die Wächtersbacher Bürger aufgerufen, gegen die darauf eingezeichnete Streckenführung bis zum 02.05.2016 Protest einzulegen und bietet sogar einige Formulierungshilfen an.

Obwohl es sicher nicht schaden kann zu schreien, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen“ ist, ist es sicher hilfreich, sich mit dem Thema, den diversen dazu existierenden Planungen und dem aktuellen Sachstand zu beschäftigen. Informationen hierzu findet man sowohl bei der Deutschen Bahn AG als auch im Bundesverkehrsministerium (BMVI).

Update vom 24.06.2016

Das Projektteam der Deutschen Bahn, das für die Ausbaustrecke Hanau-Fulda verantwortlich ist, hat auf der eigenen Website (s. unten) einen neuen Newsletter mit aktuellen Informationen zum Planungsstand herausgegeben. Den Newsletter können Sie hier herunter laden.

Der Newsletter bestätigt im Kern die Aussagen, die auf dieser Webseite gemacht wurden.

 

Planungen des BMVI / BVWP

Vover Bundesverkehrswegeplan 2030Bundesverkehrsminister Dobrindt hat Mitte März 2016 den Entwurf des BVWP vorgestellt. Realistische Chancen auf eine Realisierung haben dabei (nur) die Projekte, die als „vordringlicher Bedarf“ gekennzeichnet sind. Und zu diesen gehört unter „Neue Vorhaben“ mit der laufenden Nummer 2 die Maßnahme „Ausbaustrecke/ Neubaustrecke Hanau – Würzburg/Fulda – Erfurt“.
Diese wird in zwei Varianten aufgeführt:

  • Mit der Projekt-Nummer 2-002-V02 die sogenannte „Mottgersspange“ mit einer Neubaustrecke von Gelnhausen durch den Spessart nach Mottgers und einem dortigen Anschluss an die Schnellfahrstrecke Fulda – Würzburg. Diese Variante wird als „gewählte Alternative“ bezeichnet und weist ein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 1,8 auf (je höher das NKV, desto besser).

  • Mit der Projekt-Nummer 2-007-V01 der „Bestandsnahe Neu-/Ausbau“ u.a. mit einer zweigleisigen Neubaustrecke von Gelnhausen nach Bad Soden-Salmünster, die nahe an Neudorf vorbei führen könnte. Das NKV dieser Variante liegt bei 1,4 und damit deutlich niedriger als bei der anderen Variante.

Schon in diesem Referenten-Entwurf zum BVWP wird deutlich klargestellt: der „Alternativenentscheid ...(zwischen den Varianten)... erfolgt in der weiteren Planung durch den Vorhabenträger“, also durch die DB Netz AG.

Äußerst umfangreiche, weiter gehende Informationen finden Sie unter den zahlreichen Links im Text.

 

 


Planungen Deutsche Bahn

ZügeDie Deutsche Bahn AG hat bereits vor längerer Zeit eine eigene Website für die „Ausbau-/Neubaustrecke Hanau – Würzburg/Fulda“ online gestellt. Hier finden sich umfassende und aktualisierte Informationen

In letzterem gibt es unter Aktuelles Berichte über die Tagungen der diversen Arbeitsgruppen. Interessant für Wächtersbach / Neudorf ist die Präsentation der 6. Sitzung der AG HU-GE (19.04.2016). Diese enthält auf Seite 3 Verweise auf die oben vorgestellten Varianten aus dem Referentenentwurf zum BVWP. Noch aufschlussreicher ist die Seite 4 u.a. mit Karten der Maßnahmenalternativen: Hier wird eindeutig klar gestellt:

Es handelt sich nicht um finale Trassenvarianten, sondern lediglich um "Konzeptentwürfe", die die Gutachter des Bundes für ihre Bewertung zugrunde gelegt haben. „Die Trassierung wird in der weiteren Planung festgelegt."

SuchraumDie sogenannte Vorplanung der Deutschen Bahn AG für den Streckenabschnitt östlich von Gelnhausen wird voraussichtlich bis etwa Ende 2018 dauern. Im Rahmen dieser Vorplanung soll nach Abwägung zahlreicher (um nicht zu schreiben: zahlloser) Punkte bis Ende 2016 in dem definierten Suchraum (s. Abbildung rechts) eine Streckenführung vorgeschlagen werden, die dann als sogenannte "Antragsvariante" die Basis für die weitere Planung bilden wird.

Daran schließt sich das Raumordnungsverfahren an, das für unseren Bereich in die Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Darmstadt fällt. Auch auf einer Webseite des RP Darmstadt findet man Informationen zur Aus-/Neubaustrecke östlich von Gelnhausen. Nach dem Raumordnungsverfahren wird das Planfeststellungsverfahren anschließen, in dem alle Betroffenen noch Einwände gegen das Vorhaben vorbringen können.
Angesichts der vielen Planungs- und Genehmigungsschritte ist es kaum verwunderlich, dass der frühestmögliche Baubeginn für den Streckenabschnitt Gelnhausen – Fulda (wie in den FAQ ist übrigens auch angegeben), das Jahr 2023 sein wird, so dass mit einer Inbetriebnahme der neuen Strecke angesichts einer Bauzeit von voraussichtlich mindestens sechs Jahren kaum vor 2030 gerechnet werden kann.

 

Fazit

Es ist sicher sinnvoll für die Neudorfer Bürger, sich mittels der angegebenen Informationsquellen über den Stand der Planungen auf dem Laufenden zu halten. Nach derzeitigem Stand ist allerdings die Realisierung der „Mottgersspange“ deutlich wahrscheinlicher als eine Neubaustrecke, die zwischen Neudorf und Weilers angelegt werden könnte.