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Kleinbildfilm Fuji

 

Fotografieren einst ....

Kann sich noch jemand an die „gute alte Zeit" der analogen Fotografie erinnern?

Man besorgte sich einen Film, der eine ziemlich begrenzte Zahl von Fotos aufnehmen konnte (meistens nicht mehr als 36) und der eine bestimmte Charakteristik hatte, z.B. Lichtempfindlichkeit (erkennbar am ISO-Wert) und Filmart (Negativ- oder Diafilm). Diesen Film musste man dann im Fotoapparat lassen, bis er voll belichtet war, da ein einmal aus der Kamera entnommener Film nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Beim Fotografieren gab es die berühmte „Knipshemmung", denn Filme waren teuer, weshalb man nur auf den Auslöser drückte, wenn man meinte, ein wirklich gelungenes Bild zu erzeugen. Der fertige Film wurde dann entwickelt und ergab dann entweder Dias oder Negative. Letztere konnte man anschließend in der Dunkelkammer auf Fotopapier „abziehen" lassen, wobei man –meist verbunden mit Zusatzkosten- auch spezielle Anforderungen, z.B. Ausschnittvergrößerungen, erfüllt bekam.

Die fertigen Dias landeten in Magazinen für den Projektor, die Papierbilder im Fotoalbum oder im alten Schuhkarton. Bei der Aufbewahrung war es sinnvoll, sorgfältig und mit System vorzugehen, da das Wiederauffinden eines bestimmten Fotos sonst mit erheblichem Aufwand verbunden war.

Nicht vergessen werden sollte, dass man auf Ergebnisse seiner gestalterischen Aktivitäten meist tage-, wochen- oder monatelang warten musste.

 

Canon IS210.... und jetzt

Heute jedoch ist alles anders! Die digitale Kamera (das ist ein Computer, der auch fotografieren kann) oder das Smartphone (das ist ein Computer, mit dem man auch fotografieren und telefonieren kann) speichern die Fotos auf Speicherkarten, die „Entwicklung" und Endlagerung passieren auf einem (mobilen oder ortsfesten) Computer. Günstige Speicherkarten nehmen Hunderte oder Tausende Fotos auf und sind wieder verwertbar, sobald man die Aufnahmen auf einen Computer überspielt hat.

SD Card

 

Angesichts der preiswerten Speichermedien kann man die Knipshemmung bedenkenlos hinter sich lassen; stattdessen bietet es sich an, die Serienbildfunktion der Digitalkamera zu verwenden, um z.B. bei Sportaufnahmen den Skirennläufer genau beim Passieren der Slalomstange oder das Rallye-Fahrzeug beim Sprung über einen Buckel zu erwischen.

 


Ist heute alles anders? Nicht ganz!

Zwar haben sich die technischen Rahmenbedingungen radikal verändert, aber die zentralen Aufgaben rund ums Foto sind die gleichen geblieben: Es geht um Bildgestaltung, Bildverwaltung und Bildbearbeitung. Hierzu werde ich in den folgenden Kapiteln einiges berichten und auch ein wenig auf Grundlagen eingehen.

 

Bildgestaltung

Entscheidend für die Qualität eines Fotos ist das, was darauf zu sehen ist und wie es „ins Bild" gesetzt wird. Das gilt für das alte analoge Foto genauso wie für sein modernes, digitales Pendant. Zu diesem Thema möchte ich nicht allzu viel ausführen, denn hierzu gibt es Hunderte von Lehrbüchern. Eine Recherche nach „Fotoschule" oder „Fotokurs" beim (Online-) Buchhändler Ihrer Wahl kann hier bei der Auswahl helfen.

Manche dieser Bücher gehen auch auf die Eigenheiten digitaler Kameras ein, die etwas anders arbeiten als analoge Fotoapparate. Eine Grundregel der Fotografie muss man bei modernen Digitalkameras nicht mehr ganz so wörtlich nehmen: „Ran ans Objekt": Natürlich sollte man sein Bildobjekt möglichst formatfüllend aufnehmen, aber aktuelle Digitalkameras verfügen über so viele Pixel, dass man durchaus an den Rändern ein wenig Raum lassen kann, da man diesen beim Bearbeiten des Fotos möglicherweise noch als Verschnitt benötigt.

Womit wir bei einem weiteren Aspekt beim Thema Bildgestaltung angekommen wären: Natürlich findet der wichtigste Teil der Bildgestaltung in dem Moment statt, in dem der Fotograf auf den Auslöser drückt. Den Feinschliff bekommen (digitale) Fotos jedoch später mit Hilfe eines geeigneten Programms für die Bildbearbeitung.

 

Bildverwaltung

Hier geht es zunächst einmal darum, die digitalen Fotos aus der Kamera auf einen Rechner zu bekommen. Danach sollten die importierten Fotos so im Rechner gespeichert werden, dass man sie wieder auffinden kann. Empfehlenswert ist auch eine sofortige Datensicherung. Nicht zuletzt gehören zur Bildverwaltung auch das Aussortieren von misslungenen oder doppelten Bildern sowie das Anbringen von Copyright-Vermerken.

 

Bildbearbeitung

Ja, es gibt ihn: Den großen Moment, wenn man ein absolut perfektes Bild aufnimmt, das technisch und vom Motiv her keinerlei Wünsche offen lässt. Leider ist dieser Moment mehr als selten, aber hier setzt Bildbearbeitung an.
Anders ausgedrückt: Bildbearbeitung macht aus guten Fotos sehr gute und aus mittelmäßigen immer noch vorzeigbare!

Meist verläuft die Bildbearbeitung in zwei Schritten, von denen der erste nicht jedem Fotografen bewusst ist: Schon eine Billig-Digitalknipse für weniger als € 100,- enthält einen digitalen Signalprozessor, der das Rohmaterial vom Bildsensor automatisiert verarbeitet und in eine Bilddatei (meist im Format .JPG) verwandelt.

Diesen Automatismus kann man nur bei höherwertigen Digitalkameras (z.B. bei der Mehrzahl der Spiegelreflex-Kameras) abschalten. Dann gibt die Kamera die komplette Bildinformation in einem (meist Hersteller- oder sogar Kamera-spezifischen) sogenannten RAW-Format aus; diese Rohdateien müssen dann auf dem Rechner mit einem darauf spezialisierten Programm aufbereitet werden.

Der zweite Bearbeitungs-Schritt findet dann in jedem Fall auf einem Rechner statt. Typische Aufgaben hierbei:

    • Korrektur von Bildfehlern
    • Wahl des Bildausschnittes
    • Schwarz- und Weißabgleich

 

Grundlagen: Metadaten

Eine Bilddatei im verbreiteten JPG-Format enthält nicht nur die eigentlichen Bildinformationen, sondern kann darüber hinaus eine Reihe von Metadaten enthalten. Metadaten sind laut Wikipedia „Daten, die Informationen über Merkmale anderer Daten enthalten, aber nicht diese Daten selbst“. Die wichtigsten Metadaten in Bilddateien sind EXIF- und IPTC-Daten.

Praktisch alle Digitalkameras und auch die meisten Fotoapplikationen in Smartphones speichern automatisch EXIF-Daten in ihren Bilddateien. Diese EXIF-Daten enthalten neben Aufnahmedatum und -uhrzeit (Deshalb bitte die Uhr in der Kamera richtig stellen und auch nicht die Sommerzeit-/Winterzeit-Umstellung vergessen!) vor allem technische Informationen zum Bild: das Kameramodell, die Brennweite, die Verschlusszeit, die Blendeneinstellung, den ISO-Wert und vieles mehr. Innerhalb der EXIF-Daten gibt es üblicherweise auch ein kleines Vorschaubild. Ein Beispiel für die EXIF-Daten einer Digitalkamera können Sie hier herunterladen.
Verfügt die Kamera oder das Smartphone über einen GPS-Chip, sind meist auch die Koordinaten des Aufnahmeortes und die Blickrichtung enthalten. Ein Beispiel für die EXIF-Daten eines Apple iPads können Sie hier herunterladen; beachten Sie die Geo-Koordinaten im Abschnitt [GPS].

IPTC-Daten landen meist nicht automatisch im Digitalfoto, sondern müssen während der Verarbeitung der Bilddatei ergänzt werden. Enthalten sind Informationen zum Fotografen, dem Copyright (also der Lizenz, die bei der Nutzung des Fotos zu beachten ist) und Schlagwörter (zur Suche mittels Bildverwaltungsprogrammen). Ein einfaches Beispiel für IPTC-Daten können Sie hier herunterladen.

 

Anzumerken bleibt, dass die Metadaten in Bilddateien, gerade bei Smartphones und Tablets mit GPS-Chip, relativ viel verraten können. Wer dies nicht möchte, sollte vor der Weitergabe seiner Bilddateien die Metadaten löschen. Wie das geht, steht hier.

 

 

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