Informationen aus und über, aber nicht nur für Wächtersbach-Neudorf ...  

 Informationen aus und über  

  Wächtersbach-Neudorf ...  

26.09.2020


Header Neudorf V2 mit Wappen

Die Randnotiz

Die Diensttreppe

Froh sind die Neudorfer schon, dass nach monatelangen Bauarbeiten die neue Brücke über den Flutgraben am Ortsrand von Aufenau für den Verkehr freigegeben worden ist. Und sie nicht mehr den Umweg über Wächtersbach fahren müssen, wenn sie z.B. im Mittelpunkt Aufenau Brötchen holen wollen. Noch fehlt an der Brücke das Geländer. Was aber gleich auffällt, ist dieses Schild:

Die Diensttreppe
Diensttreppe“? Da wiehert der Amtsschimmel! Wozu baut man eine Treppe, wenn sie nicht betreten werden darf? Oder war eigentlich gemeint: „Betreten der Diensttreppe für Unbefugte verboten“? Daran schlössen sich gleich weitere Fragen an: Wie kommt man aus dem Status eines Unbefugten in den eines Befugten? Durch Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars bei der Stadtverwaltung? Oder bei Hessen Mobil (früher Straßenbauamt)?

Oder wollte Hessen Mobil einfach nur ausschließen, dass es bei einem eventuellen Unfall auf der Treppe haften muss? Dann allerdings hätte man direkt auf das Schild schreiben können: „Betreten der Treppe auf eigene Gefahr“. Ganz ohne Dienst und ganz ohne Verbot. Und ohne Amtsschimmel.

Auf einem kleinen Spaziergang wollen wir den Stadtteil Neudorf erkunden.

Wir starten am Ortsmittelpunkt, dem Dalles, der natürlich nicht wirklich so heißt, aber von allen Einheimischen so genannt wird. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Platz und Straßenkreuzung, wo die Kreisstraßen in die Stadtteile Aufenau und Weilers sowie in die Innenstadt von Wächtersbach sich treffen. Hier befindet sich die Bushaltestelle, vor allem aber auch das alte Rathaus der früher selbständigen Gemeinde. Vor einigen Jahren wurde in dem vorher lange leer stehenden Gebäude vom Ortsbürger Wilhelm Werth in Eigeninitiative ein kleines Heimatmuseum eingerichtet.

Altes Rathaus, heute Heimatmuseum

Vom Rathaus wenden wir uns in östlicher Richtung auf der Aufenauer Straße ins Unterdorf zum Denkmal. Errichtet während der Nazizeit, erinnert es heute an die Gefallenen zweier Weltkriege. Hier wird jedes Jahr am Volkstrauertag zum Gedenken von den ortsansässigen Vereinen ein Kranz niedergelegt.

Kriegerdenkmal in Neudorf Wir umrunden das Denkmal und gehen über Ringstraße und Quellenweg wieder in westlicher Richtung. Rechts oben sehen wir das alte Wasserwerk und unmittelbar darüber den Neudorfer Weinberg.

Danach taucht vor uns schon bald die Johanneskirche auf.

Wir erreichen die Bad Sodener Straße. Würden wir uns hier nach rechts bergauf wenden, kämen wir nach wenigen Hundert Metern zum Schützenhaus, das 1961 erbaut wurde und das Vereinsheim des Schützenvereins ist. Allerdings liegt es so versteckt zwischen Bäumen, dass ein Ortsfremder es ohne den aufgestellten Wegweiser gar nicht finden würde. Noch weiter oben liegen am Waldrand die Gebäude des Wasserverbandes Kinzig, der -nicht immer von ungeteilter Zustimmung der Bevölkerung begleitet- große Mengen Trinkwasser aus dem südlichen Vogelsberg in den Ballungsraum Frankfurt liefert. Dahinter am Waldrand und im Wald stehen seit 2014 die drei Windräder auf Neudorfer Gemarkung.

Wir jedoch laufen einige Meter nach links und erreichen über eine Treppe die Neudorfer Johanneskirche, die 1962 eingeweiht wurde. Finanziert wurde sie zum Teil vom Erlös des Holzes, das nach einem großen Unwetter 1958 angefallen war. Die Besonderheit dieser Kirche: Sie verfügt über zwei Andachtsräume und dient so sowohl der evangelischen als auch der katholischen Kirchengemeinde als Gotteshaus.

Johanneskirche Neudorf von Süden Nordseitig angebaut ist seit einigen Jahren die Trauerhalle, die zum angrenzenden Friedhof gehört.

Johanneskirche mit Trauerhalle

Das nahe gelegene Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrgerätehaus ist der nächste Punkt auf unserer Entdeckungsreise. Es wurde Anfang der 60er Jahre erbaut, 1997 umgebaut und von den Ortsvereinen in Eigenleistung renoviert. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde auch die integrierte Gaststätte erweitert. Das Gemeinschaftshaus dient dem DamenSportClub und dem Tischtennisverein SG Neudorf als Vereinsheim und wird als Wahllokal sowie für zahlreiche private und öffentliche Veranstaltungen rege genutzt. 

Dorfgemeinschaftshaus

Letztes Ziel ist die Alte Schule. Sie wurde Anfang der fünfziger Jahre erbaut und bis zum Jahre 1971 auch als Schule genutzt, später als Versammlungshaus der türkischen Mitbürger. Ab 2005 stand das Gebäude leer und präsentierte sich in ziemlich heruntergekommenem Zustand. Nach der Renovierung durch den Judoclub Wächtersbach erstrahlt das Gebäude außen und innen in neuem Glanz.             

Alte Schule nach der Renovierung

Nach wenigen Schritten erreichen wir wieder den Dalles, womit wir am Ende unserer Erkundungstour angekommen wären.

(Nach einer Idee von Torsten Simon)

Falls Sie Google Earth installiert haben, können Sie sich den Spaziergang dort anschauen. Laden Sie dazu folgende Datei herunter:

http://www.neudorf-mkk.de/images/Neudorf2/Geographie/Spaziergang.kml